Trauermücken: So bekämpfen Sie einen Trauermückenbefall

Trauermücken gehören zu den weit verbreitetsten Insekten in Deutschland, oft werden die kleinen Fliegen von unseren Zimmerpflanzen angezogen. Sie legen ihre Larven in die feuchte Blumenerde. Die Larven graben sich bis zu den Wurzeln der Pflanzen durch und können dort erheblichen Schaden anrichten. Deshalb haben wir Ihnen, in diesem Artikel, wie Sie einen Befall erkennen und die lästigen Fliegen bekämpfen können.

 

Arten und Unterordnung der Trauermücke

trauermücke sciara analis
Die Trauermücke Sciara Analis – AfroBrazilian [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)]

Der lateinische Name der Trauermücken lautet Sciaridae, sie gehört zur Artenfamilie der Zweiflügler und wird dort zu der Unterordnung der Mücken gezählt. Damit sind sie sehr nahe mit den Stechmücken verwandt, verfügen jedoch nicht über einen Stechrüssel und können somit keine Krankheiten übertragen und gelten damit für den Menschen als ungefährlich. Ähnlich wie bei den Motten, sind die Tiere im Haus zwar lästig, jedoch für die Hausbewohner ungefährlich.

Sie können anderen Schaden anrichten. Bekannt sind die Mücken in Deutschland vor allem für den Schaden, den diese bei Stecklinge und Topfpflanzen anrichten. Dabei sind es vor allem die Larven der Mücken, die den Schaden anrichten. Diese Trauermückenlarven, ernähren sich von den Wurzeln der Pflanze und richten dadurch einen erheblichen Schaden bei den Pflanzen an.

 

Unterschiede zur Fruchtfliege und das Eindringen in Wohnungen

Obwohl beide Arten sehr nahe miteinander Verwandt sind, unterschieden sich die Trauermücken und die Fruchtfliegen dennoch deutlich voneinander. So dass auch ein Laie die Tiere auseinanderhalten kann. Von der reinen Größe her unterschieden sich die beiden Insekten nur wenig, auffallend ist aber das Flugverhalten. Dieses ist bei den Fruchtfliegen sehr hecktisch und meist fliegen diese im Zickzack, während die Trauermücken einen ruhigen und gradlinigen Flug haben.

Einer der größten Unterschiede ist das Auftreten an bestimmten Orten, die Fruchtfliege hält sich in der Nähe von Obst und süßen fruchtigen Düften und Essensresten auf, da sich von dem Obst und dem Zucker ernähren. Die Trauermücken finden sich wiederum in der Nähe von Blumenerde, feuchtem Substrat und Zimmerpflanzen. Die Mücken legen ihre Eier in die feuchte Erde und die Larven ernähren sich von den Wurzeln der Pflanzen. Doch wie gelangen die Insekten überhaupt in das Haus?




Es gibt meist verschiedene Möglichkeiten, wie die Mücken in die Wohnung gelangen. Der erste Risikofaktor liegt direkt beim Kauf. Sehr oft befinden sich die Larven bereits im Blumentopf oder der Blumenerde und werden vom Käufer selbst, zusammen mit der Pflanze in das Haus gebracht.

 

Larven der Trauermücke sitzen meist schon in der Blumenerde

Dasselbe gilt für Pflanzen, die im Sommer draußen stehen und zum Überwintern ins Haus geholt werden. Die Trauermückenlarven können unbemerkt in der Erde sitzen und so ins Haus getragen werden. Aber auch Pflanzen, die das gesamte Jahr im Haus stehen, können befallen werden, in diesen Fällen kommen die kleinen Mücken beim Lüften durch die ungesicherten Fenster in die Wohnung und legen ihre Eier in die Erde der Zimmerpflanzen.

Ein Befall einer Pflanze lässt sich leicht erkennen, denn um die Pflanze herum ballen sich die kleinen schwarzen Mücken und in der Blumenerde finden sich dann auch die Trauermückenlarven. Diese Larven haben einen glasig-weißen Körper und halten sich in der Nähe der Wurzeln auf. Ein weiterer Anhaltspunkt, für einen Befall der Pflanze, ist Kümmerwuchs, hohl gefressene Stängel oder das Eingehen der gesamten Pflanze. Wenn eine der Zimmerpflanzen betroffen ist, sich der Befall schnell auf alle anderen Pflanzen in der Wohnung ausbreiten, daher ist ein schnelles vorgehen, gegen die Schädlinge wichtig.

 

So können Sie einen Befall von Trauermückenlarven mit einfachen Hausmitteln bekämpfen

Es gibt viele natürliche Hilfsmittel, die dafür sorgen, dass die lästigen Trauermücken wieder verschwinden und die einen neuen Befall vorbeugen können. Bevor Sie zu einem chemischen Mittel greifen, dass die Natur und ggf. auch Sie selbst belastet, sollten Sie unsere Hausmittel einmal testen.

 

Abgebrannte Streichhölzer gegen Trauermücken

Abgebrannte Streichhölzerköpfe geben kleine Schwefelbestandteile an die Blumenerde ab, wenn diese mit den Köpfen in die Erde gesteckt werden, dies ist für die Pflanzen ungefährlich, doch die Larven der Trauermücken sterben durch die Schwefelbestandteile im Zündkopf ab. Erwachsene Tiere werden, durch den Geruch daran gehindert weiterhin ihre Eier in die Erde zu legen. Für diese Methode reichen bereits vier abgebrannte Streichhölzerköpfe aus, die nach einigen Tagen ausgetauscht werden.

 

Kalk, Quarzsand oder Kies auf die Blumenerde

Eine Schicht aus Kalk, Quarzsand oder feinem Kies auf der Blumenerde verhindert, dass die Trauermücken ihre Eier in die Erde der Pflanzen legen kann. Die Schicht muss nur zwei bis drei Millimeter dick sein, um das Ei ablegen zu verhindern. Besonders zu empfehlen ist hierbei Kies, da dieser sich langsam in die Erde des Blumentopfes mischt, bei jedem Gießen durchdringt der Kies etwas mehr die Erde und fördert dadurch sogar den Sauerstoffgehalt der Erde und den Nährstofftransport für die Pflanzen.

 

Befallene Erde wiederverwenden mithilfe der Mikrowelle

Wenn Sie die Blumenerde, in der sich Trauermückenlarven befinden, wiederverwerten möchten, gibt es den einfachen Trick mit der Mikrowelle. Sie müssen die Erden nur mit viel Vorsicht von den Wurzeln der Pflanze entfernen und in eine Mikrowellenfeste Schüssel legen und diese für rund fünf Minuten in die Mikrowelle stellen. Danach sind die Larven und die Eier abgetötet und die Erde kann wieder für Pflanzen genutzt werden.




Die Blumenerde trocknen halten

Die Trauermücken bevorzugen feuchte Erde für ihre Larven, die weiblichen Tiere legen ihre Eier nur bei einer mindest-feuchte der Erde ab, ist diese jedoch zu trocken, werden sich die Mücken einen anderen Ablageplatz suchen. Wenn Sie ihre Pflanzen in möglichst trockener Erde halten, wird das Risiko eines Befalles deutlich reduziert. Einige Hobbygärtner empfehlen sogar, die Pflanzen ein bis zwei Wochen nicht zu gießen. Dadurch trocknet die Pflanzenerde oberflächlich aus und bietet den Schädlingen keinen Nährboden mehr. Die meisten Pflanzen können eine solche Trockenperiode von zwei Wochen gut überstehen, bei besonders empfindlichen Pflanzen sollten Sie besser zu einer der anderen Methoden greifen.

 

Klebefallen gegen Trauermücken

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Gelbsticker mit Trauermücken – Ich [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]

Wenn Sie nicht nur gegen die Larven der Trauermücken, sondern auch gegen die Mücken selbst etwas unternehmen wollen, sind die sogenannten Gelbsticker oder Gelbtafeln eine wirksame Methode. Dabei handelt es sich um Klebefallen, die als gelbe Pappstreifen auf dem Markt erhältlich sind. Die Streifen werden in die Erde gesteckt oder auf dem Rand des Blumentopfes angebracht und die Trauermücken bleiben beim Landen auf dem klebrigen Streifen haften.

 

Trauermücken mit Nematoden bekämpfen

Die Methode mit den Nematoden wird meist nur Gärtnern und Hobbygärtner genutzt, da viele Menschen davor zurückschrecken sich selbst Insekten oder Würmer ins Haus zu holen. Dabei sind die Nematoden eine der wirkungsvollsten Methoden im Kampf gegen die Trauermücken und noch dazu ist diese Methode langfristig und umweltschonend. Beginnen wir aber von Anfang an. Was sind Nematode eigentlich?

Bei den Nematoden handelt es sich um Fadenwürmer, die als Parasiten andere Insekten befallen und diese dadurch verspeisen. Die kleinen Fadenwürmer haben eine mikroskopische Größe und bevorzugen die Trauermückenlarven als Hauptspeise. Für Menschen und andere Tiere, (außer andere Mückenarten und Larven) sind die Nematoden absolut ungefährlich. Der Verbraucher kann diese im Fachhandel oder Online bestellen. Die Würmer werden einfach in das Gießwasser der Pflanzen gegeben und sollten innerhalb von zwei bis drei Wochen den Mückenbefall bekämpft haben. Da die kleinen Würmer sich in der Erde als Stamm integrieren, bleibt die Pflanze auch auf lange Zeit vor einem neuen Befall geschützt.

 

Wenn natürliche Hilfsmittel nicht mehr helfen – Chemische Mittel gegen Trauermücken

Sollten die Hausmittel und natürlichen Helfer nicht ausreichen, um den Befall durch die Trauermücken zu stoppen, können Sie auf chemische Mittel zurückgreifen. Lassen Sie sich vor dem Kauf gut beraten und lesen Sie unbedingt die Angaben des Herstellers durch, bevor Sie sich für ein Insektizid entscheiden. Bedenken Sie dabei immer, dass einige Pflanzen sehr empfindlich auf den Einsatz von Insektiziden reagieren und halten Sie sich zu 100 % an die Dosierungsangaben des Herstellers.

 

Alternativen zur anfälligen Blumenerde

Feuchte Blumenerde ist für die weibliche Trauermücke ideal, um ihre Eier abzulegen. Bei der Eiablage kann ein Weibchen bis zu 200 Eier in die Erde abgeben, nach etwa einer Woche schlüpfen dann die Larven aus den Eiern und beginnen die empfindlichen Wurzeln zu fressen. Um diesem ganzen Prozess vorzubeugen, gibt es einige Dinge, die bei Erde beachtet werden können. Zunächst ist es wichtig, keine billige Blumenerde zu kaufen, diese wird oft schlecht gelagert und die zu feuchte Erde hat bereits die Larven der Trauermücken in sich. Wenn Sie ganz sicher sein wollen, können Sie anstelle von normaler Erde auch reine Hydrokultur oder Seramis für Ihre Pflanzen nutzen. Bei diesen Ersatzerden setzten sich die Trauermücken nicht an.

 

Sind Trauermücken Schädlinge oder doch Nützlinge?

Ähnlich wie die Schlupfwespen und viele Mottenarten, gilt die Trauermücke als Schädling, da sie in unsere Häuser eindringt und unsere kultivierten Pflanzen beschädigt, doch eigentlich ist die Trauermücke ein wichtiger Bestandteil unseres empfindlichen Ökosystems. Außerhalb unserer Wohnungen ernähren sich die Larven der Trauermücken von Laub, Rinden und Pilze. Damit zersetzen sie viele abgestorbene und kranke Pflanzen und Pflanzenteile und bereichern den Boden und führen ihm neue Nährstoffe zu.

Die Trauermücken können dabei auf eine lange Entwicklungszeit zurückblicken. Forscher gehen davon aus, dass die Trauermücken bereits seit rund 130 Millionen Jahre auf unserer Erde zu finden sind. Damals war unsere Erde noch wesentlich feuchter angelegt und die Tiere stellten ein funktionierendes Ökosystem sicher. Heutzutage werden die Trauermücken vor allem als Schädlinge angesehen. Vor allem private Haushalte und Hobbygärtner gehen oft sehr radikal gegen die Trauermücken vor.

Letzte Aktualisierung am 14.10.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API