Lebensmittelmotten – Woher sie kommen und wie man Schädlinge los wird

mit lebensmittelmotten befallenes korn

Keine Sorge, ein Befall durch Lebensmittelmotten ist kein Hinweis auf unsaubere oder unhygienische Verhältnisse. In den überwiegenden Fällen gelangen die Tierchen durch gekaufte Lebensmittel in die Wohnung.

Doch wo eine Lebensmittelmotte ist, sind meistens noch mehr. Wenden Sie die richtige Strategie zur Bekämpfung an, sind Sie den unerwünschten Besuch bald wieder los.


 

Was sind Lebensmittelmotten?

Es gibt verschiedene Arten von Lebensmittelmotten. Hierzulande sind überwiegend die Mehlmotte, die Kornmotte und die Dörrobstmotte zu finden.

Letzte Aktualisierung am 22.11.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Die Mehlmotte

Ephestia kuehniella besitzt einen fast einfarbig grauen Körper, ist circa 14 mm lang und hat eine Flügelspannweite von circa 22 mm. Die Vorderflügel sind blaugrau bis Silbergrau und mit hellen bis dunklen zackenförmigen Linien und dunklen Flecken verziert.

Die Hinterflügel sind deutlich breiter als die Vorderflügel. Sie sind Hellgrau und zeigen ein beigebraunes Muster auf der Oberseite. An der hinteren Seite befindet sich ein silberfarbener Fransensaum.

Die Raupen dieser Lebensmittelmotte erreichen eine Größe von bis zu 20 mm. Sie sind weißlich mit einer rötlichen oder grünlichen Tönung. Der Kopf ist bräunlich.

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Lebensmittelmotten: Mehlmotte (Ephestia Kuehniella) – By Birgit E. Rhode, Landcare Research New Zealand Ltd. [CC BY 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0)], via Wikimedia Commons
 

Die Dörrobstmotte

Plodia interpunktella erreicht eine Länge von bis zu 10 mm und eine Flügelspannweite von bis zu 20 mm. Sie hat rötlichbraune bis kupferfarbene Vorderflügel mit hellen Streifen. Die hellgrauen bis grauen Hinterflügel erreichen eine Spannweite von bis zu 20 mm. Die Raupen sind weißlich mit einer grünlichen bis rötlichen Eintönung. Der Kopf ist bräunlich.

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Lebenmittelmotten: Dörrobstmotte (Plodia Interpunctellaa) – By Pudding4brains [Public domain], from Wikimedia Commons

 

Die Kornmotte

Nemapogon granellus misst eine Körperlänge von circa 6 mm und eine Flügelspannweite von circa 20 mm. Die Vorderflügel sind schwarzbraun mit gelblichen Flecken. Am Rand besitzen sie einen dunklen Fransensaum. Die Hinterflügel sind grau eingefärbt. Die Raupe ist hellgelbweiß und erreicht eine Länge von circa 12 mm. Der Kopf ist hellbraun.

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Lebensmittelmotten: Die Kornmotte (Nemapogon Granellus) – By Michael Kurz [CC BY-SA 3.0 at (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/at/deed.en)], via Wikimedia Commons
 

Die Lebensweise der Lebensmittelmotten

Lebensmittelmotten durchlaufen vier Entwicklungsstadien: Ei, Larve und Puppe und Falter. Die Fortpflanzung verläuft bei allen drei Mottenarten in ähnlicher Weise. Die eigentlichen Schädlinge sind die Larven. Eine weibliche Lebensmittelmotte legt bis zu 500 Eier. Sind die Raupen aus dem Ei geschlüpft, beginnen sie sofort zu fressen.

Bei passender Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Nährstoffe dauert die Entwicklung bis zum Falter 40 Tage bis 3 Monate. Bei Bedarf kann die Puppe das letzte Stadium der Entwicklung monatelang hinauszögern. Für die Verpuppung spinnen die Larven nach der sechsten Häutung einen Kokon auf die Nährstoffe oder in nahe gelegene Verstecke. Aus ihm schlüpfen die fertigen Falter. Sie leben nur 1 bis 2 Wochen, paaren sich und legen Eier.

Die bevorzugte Nahrung von Lebensmittelmotten:

  • Getreide und Produkte daraus
  • Speisestärke
  • Nüsse, Sonnenblumenkerne
  • Hülsenfrüchte
  • Getrocknete Lebensmittel wie Dörrobst und Pilze
  • Tee, Gewürze und Kräuter
  • Trockene Tiernahrung jeglicher Art
  • Schokolade
  • Saatgut

 

Die Bekämpfung der Lebensmittelmotten

Da die Entwicklung der Lebensmittelmotten unter Umständen lange andauernd, ist eine intensive und längerfristige Bekämpfung in mehreren Schritten notwendig.

 

1. Die Lebensmittelmotten und ihre Brut entdecken

Zunächst entfernen Sie alle Lebensmittelmotten und alle Nester mit Eiern, Larven und Kokons. Sie erkennen den Befall an Spinnfäden und Kotspuren in den Lebensmitteln. Schauen Sie in den Küchenschränken, in der Vorratskammer und an anderen Plätzen nach. Beliebte Verstecke sind: unter den Leisten, in Ritzen, in Spalten und in dunklen Ecken. Eine Taschenlampe hilft Ihnen bei der Suche der Schädlinge-. Mit einer Bürste, einem heißen Föhnwind, einem Staubsauger und heißem Essigwasser vernichten Sie sie.

 

2. Die Lebensmittel entfernen

Lebensmittelmotten gelangen durch kleinste Öffnungen in Verpackungen und beißen sich sogar durch dünnen Kunststoff. Entdecken Sie befallene Nahrungsmittel entsorgen Sie diese am besten außerhalb des Hauses. Da befallene Lebensmittel allergische Reaktionen auslösen können, sollten Sie diese nicht mehr verzehren. Außerdem können sich noch Eier oder Larven in ihnen befinden.

 

3. Mit Pheromonfallen die mögliche Vermehrung der Lebensmittelmotten verhindern

Da Sie auch nach einer gründlichen Reinigung nicht sicher sein können, ob alle Motten entfernt sind, sollten Sie die Bekämpfung mit Pheromonfallen fortsetzen. Dabei handelt es sich um Klebefallen, die frei von Gerüchen und Insektiziden aber mit Sexuallockstoffen benetzt sind.

Diese Stoffe ziehen die männlichen Lebensmittelmotten an und sie bleiben an der Falle kleben. Dadurch können sie sich nicht mit dem Mottenweibchen fortpflanzen und vermehren. Für eine wirklich gelungene Bekämpfung der Schädlinge müssen die Fallen mindestens 3 Monate lang stehen.

 

4. Die biologische Bekämpfung mit Schlupfwespen

Schlupfwespen sind die natürlichen Feinde der Lebensmittelmotten und sehr erfolgreich in der Bekämpfung. Sie erhalten die Wespen im Tierhandel, im Gartenhandel und online im Internet. Die Eier der Schlupfwespen haften auf kleinen Karten, die man an die Plätze des Mottenbefalls auslegt. Dort schlüpfen die Wespen aus, jagen die Motten, fressen die Eier und die Larven und verschwinden wieder.

 

So kann man Lebensmittelmotten vorbeugen:

  • Halten Sie die Schränke geschlossen.
  • Lüften Sie die Zimmer besser des Öfteren nur kurz.
  • Bringen Sie ein Fliegengitter an Fenstern an.
  • Achten Sie auf trockene und kühle Vorratsschränke.
  • Lagern Sie Lebensmittel in geschlossenen Gefäßen aus Glas oder Plastik.
  • Achten Sie auf geringe Vorratsmengen und kontrollieren Sie regelmäßig auf Mottenbefall.
  • Halten Sie die Küchenschränke frei von Krümeln und Körnern.
  • Vertreiben Sie die Mitten mit dem Duft von Lorbeerblättern, Lavendel, Nelken oder Zedernholz.

Beachten Sie die Ratschläge, brauchen Sie keinen Befall durch Lebensmittelmotten befürchten oder werden sie rasch wieder los.

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