Mehlmotten (Ephestia Kuehniella) – Schädlingsbekämpfung bei Mehlmottenbefall

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Mehlmotten – lästige Vorratsschädlinge mit Appetit auf Lebensmittel

Ein zähes Fädengespinst in der Mehltüte? Kleine schwarze Punkte in den Nudeln? Diese und ähnliche Anzeichen können auf einen Befall mit Mehlmotten hinweisen. Die Mottenart ist in heimischen Vorratskammern und Lebensmittelpackungen ein weit verbreiteter Schädling.

Doch welchen Lebenszyklus haben Mehlmotten? Welche Probleme bereitet ein Befall? Und wie lassen sich Mehlmotten bekämpfen? Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Antworten zu allen Fragen rund um die ungebetenen Mitbewohner.

Ephestia Kuehniella – Wissenschaftliche Einordnung

Mehlmotten sind Kleinschmetterlinge aus der Familie der Zünsler. Innerhalb der mit lateinischem Namen als Pyralidae bezeichneten Familie gehören Mehlmotten zu den Phycitinaen und bilden hier eine eigene Art. Sie zählen damit nicht zur Gattung der echten Motten.

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Kennzeichen der Mehlmotten

Ein erstes wesentliches Erkennungsmerkmal von Mehlmotten ist ihre Größe. Im Vergleich zu anderen Lebensmittelmotten sind die Motten mit einer Körperlänge von 10 bis 14 Millimetern deutlich zu erkennen. Besondere Kennzeichen der Mehlmotte sind darüber hinaus ihre blau- bis rötlichgrauen Vorderflügel mit gezackten Linien sowie die hellgrauen Hinterflügel. Die Raupen der Mottenart lassen sich an ihrer weißen Färbung mit braunem Kopf erkennen. Sie werden etwa 20 Millimeter lang.

 

Lebenszyklus und Fortpflanzung

Mehlmotten zeichnen sich wie alle Mottenarten durch einen raschen Vermehrungszyklus bei einer großen Zahl an Nachkommen aus. Die Entwicklungszeit vom Ei bis zur Verpuppung beträgt abhängig von der zur Verfügung stehenden Nahrung etwa 50 Tage.

Insgesamt durchleben die Larven dabei sechs Raupenstadien, bei denen sie von etwa einem Millimeter bis zu einer Größe von elf Millimetern heranwachsen. Nach dem Schlupf können sich die Falter sehr schnell wieder vermehren und in ihrem Leben etwa 50 bis 500 Eier ablegen.

Einfluss auf die Entwicklung einer Mehlmottenpopulation hat zudem die Temperatur: Je höher das Thermometer steigt, desto schneller entwickeln sich die Motten. Im Extremfall sind junge Mehlmotten sechs Wochen nach dem Eischlupf wieder paarungsbereit.

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Larve der Mehlmotte – CSIRO [CC BY 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

Lebensweise und bevorzugte Nahrung

Zur großen Verbreitung der Mehlmotten trägt unter anderem die Anspruchslosigkeit der Raupen bei. Die Larven der Mehlmotte ernähren sich ausschließlich von Mehl und benötigen keinerlei Wasser, um sich zu entwickeln.

Darüber hinaus fressen Mehlmotten auch intakte Getreidekörner, verarbeitete Mehlprodukte wie Nudeln und teilweise trockene Gemüseprodukte. Charakteristisch sind die Wegfäden, die die Larven bei jeder Bewegung hinterlassen. Sie durchziehen nach kürzester Zeit alle befallenen Lebensmittel.




Probleme mit Mehlmotten

Mehlmotten sind an sich, abgesehen von seltenen Allergien, nicht gesundheitsschädlich. Die Probleme eines Befalls ergeben sich allerdings innerhalb kürzester Zeit durch die hohen Verluste an Lebensmitteln. Da die Motten auf ihren Wegen durch Nahrungsmittel stets ein Fädengespinst hinter sich her ziehen, sind Lebensmittel schnell von diesen Gespinsten durchzogen und damit ungenießbar.

Hinzu kommen Ausscheidungen und abgestreifte Häute, die Lebensmittel weiter verunreinigen. Infolge dieses Befalls erhöht sich zudem die Feuchtigkeit in den Verpackungen, was wiederum das Schimmelwachstum begünstigt. Zum raschen starken Befall tragen generell die gut ausgebildeten Kauwerkzeuge der Larven bei. Sie können problemlos dünne Verpackungen durchbeißen.

 

Wirksame Methoden der Bekämpfung

Bei der Bekämpfung eines Mehlmottenbefalls hat schnelles Handeln oberste Priorität. Je früher die Mehlmotten an der Vermehrung gehindert werden, desto geringer ist der Lebensmittelverlust und desto leichter lässt sich die Plage eindämmen. Sind die ersten Gespinste oder auch ausgewachsenen Falter gefunden, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Bekämpfung:

  1. Oberste Priorität hat eine gründliche Reinigung aller Gefäße und Schränke, die mit den Motten in Kontakt gekommen sein könnten. Insbesondere Zwischenräume in Regalen, Schubladenecken, kleinste Ritzen und Öffnungen sollen sorgfältig mit Essigreiniger gesäubert werden. Der Essig tötet sowohl Larven als auch Eier ab. Lassen sich einige Stellen nur schwer erreichen, können diese zudem mit heißer Luft geföhnt werden. Auch diese Prozedur tötet alle Entwicklungsstadien der Motten ab. Zusätzlich können unzulängliche Winkel auch mit Diatomeenerde bestäubt werden. Dieses Mehl wirkt gegen alle Insekten.
  2. Chemische Insektizide, die ebenfalls von der Larve bis zum Falter alle Motten töten, werden vorwiegend im gewerblichen Umfeld eingesetzt. Sie wirken zuverlässig, dürfen aber im Privathaushalt nur eingeschränkt genutzt werden und können sich teilweise schädlich auf den menschlichen Organismus auswirken.
  3. Pheromonfallen verströmen einen für den Menschen nicht wahrnehmbaren Geruch, der männliche Motten anzieht und abtötet. Der Stoff ist unbedenklich. Problematisch erscheint bei dieser Methode, dass Larven und Eier nicht getötet werden. Die Wirksamkeit ist daher begrenzt.
  4. Der Einsatz von Schlupfwespen ist eine beliebte, da biologische Alternative zur Verwendung von Giften. Die in befallene Schränke eingebrachten Schlupfwespen nutzen die Eier der Mehlmotten als Nahrungsquelle, sodass keine Larven mehr schlüpfen können. Die Wespen sterben ab, sobald alle Eier gefressen sind.
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Mehlmotten – By xpda [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], from Wikimedia Commons

Einem Mehlmottenbefall vorbeugen

Auch beim Mehlmottenbefall gilt: Eine gute Vorbeugung ist das A und O. Um Mehlmotten den Weg zu den eigenen Vorräten zu erschweren, kommt zunächst der Lagerung entscheidende Bedeutung zu.

In luftdichte Glas- und Plastikbehälter können die Insekten nicht eindringen. Mehlvorräte werden daher am besten in solche Gefäße umgefüllt. Weitere Methoden, um Mehlmotten fern zu halten, sind der Einsatz von Fliegengittern und das Versprühen von ätherischen Ölen.

Während erstere den Motten schlicht den Zugang in die Küche versperren, bewirken Zitronen-, Orangen-, Lavendel- oder Pfefferminzduft, dass die Mehlmotten einen großen Bogen um die duftenden Vorratsschränke machen. Bei über Verpackungen eingeschleppte Motten sind die letztgenannten Maßnahmen allerdings wirkungslos.

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