Samenmotten (Hofmannophila pseudospretella) – Schädlinge erkennen und bekämpfen

Samenmotten (Hofmannophila pseudospretella) zählen zur Gattung der Schmetterlinge, gehören zur Mottenart der Papelmotten (Gelechiidae). Besser bekannt sind Samenmotten als braune Hausmotten. Ihre Flügelspannweite betragt ca. 14 bis 23 mm. Ihre Vorderflügel sind braun mit 3 oder 4 schwarzen Punkten, die Form ist oval-länglich. Die Hinterflügel sind hellgrau und mit kurzen Haaren umrandet.

Zwei weitere Mottenarten, die häufig im Haushalt zu finden sind, sind die Reismotte (Corcyra cephalonica) und die Dörrobstmotte (Plodia interpunctella). Beide unterscheiden sich stark im Aussehen von der Samenmotte.

Samenmotte

Hofmannophila pseudospretella haben eine Lebensdauer von ca. 14 Tagen. In dieser Zeit legen die Weibchen bis zu 600 Eier, die eine Größe von ca.0,5 mm betragen. Samenmotten Larven erreichen ausgewachsen eine Länge von ca. 16 mm, die Farbe ist weiß mit einer braunen Kopfkapsel.

Die Kopulation findet wenige Stunden nachdem sie geschlüpft sind statt, daher geschieht die Vermehrung der Samenmotte sehr schnell. Die Entwicklung der Samenmotten Larven ist im Gegensatz zu anderen Mottenarten auch unter schlechten Bedingungen möglich und kann in einer Diapause, bis zu 12 Monaten betragen. Bei guten Bedingungen von einer Raumtemperatur von ca. 25 Grad, beträgt die Dauer ca. 4 Monate.

 

Samenmotten sind Schädlinge und können ernsthafte Probleme verursachen

Samenmotten zählen zu den Vorratsschädlichen, als auch zu den Materialschädlichen Insekten. Samenmotten Larven befallen pflanzliche Produkte, wie z. B. Mais, Getreide, Haferflocken und Mehl, können aber auch Lebensmittel tierischer Herkunft befallen, da auch Keratin als Nahrungsquelle dienen kann. Ebenso können Leder, Polster, Bücher oder Wolltextilien befallen werden. Die Larven verursachen durch ihre Spinntätigkeit und Kotablagerungen Verunreinigungen von Lebensmitteln.

In mikrobiologischen Untersuchungen konnten bei Motten, sowie den Larven ein großes Spektrum an Bakterien und Pilzen festgestellt werden. Schimmelpilze können neben Allergien auch Lungenerkrankungen auslösen und sind insbesondere für Asthmatiker gefährlich. Das nachgewiesene Bacterium Bacillus cereus verursacht Magen-Darm-Erkrankungen mit Durchfall und Erbrechen. Gerade Menschen mit einem geschwächten Immunsystem können durch die Pilze und Bakterien ernsthaft erkranken. Deshalb muss man die Samenmotte dringend bekämpfen und befallene Lebensmittel entsorgen, da diese nicht mehr für den menschlichen Verzehr geeignet sind.

 

Samenmotten in der Wohnung erkennen

Gerade wenn es im Privathaushalt feucht ist, kann es zu Mottenbefall kommen. Da die Samenmotte auch im Freiland vorkommt, macht sie sich auch von Vogelnestern auf Wanderschaft. Wenn eine Motte in der Wohnung sieht, sind wahrscheinlich noch mehr Motten und Larven dort. Da die Larven Nahrung benötigen, sind die Nester häufig in der Küche in direkter Nähe zu Lebensmitteln. Wie oben erwähnt, können aber auch Textilien oder Bücher befallen werden.

Ob Lebensmittel befallen sind, erkennt man an den Gespinsten, welche sich als dünnen weißen Fäden an den Lebensmitteln zeigen. Die Samenmotten überziehen es damit und verklumpen es. Kontrollieren Sie Lebensmittel, wie z. B. Reis, Mehl, Müsli, Dörrobst und Schokolade, auch ungeöffnete Lebensmittel können befallen werden.

Samenmotten lassen sich auch in der Nähe von Obst und Ritzen und Spalten von Möbeln nieder. Um einen Befall mit Samenmotten festzustellen, platziert am besten Pheromonfallen an verschiedenen Orten in der Wohnung. Durch den enthaltenen Sexuallockstoff, werden Männchen angelockt und bleiben kleben, sodass die Weibchen nicht mehr befruchtet werden können. Pheromonfallen eignen sich gut um den Befall zu lokalisieren, reichen jedoch nicht aus um den Küchenschädling zu bekämpfen.

Sonnenblumenkerne mit Samenmottenbefall

Die Küchenschädlinge bekämpfen

Chemische Mittel bekämpfen Samenmotten zwar effektiv, sind aufgrund des enthaltenen Nervengifts aber auch schädlich für Menschen. Eine gründliche Putzaktion kann ebenfalls helfen. Zuerst müssen alle befallenen Lebensmittel entsorgt und die verbleibenden gründlich verstaut werden. Auch Ritzen, und Spalten in Möbeln und Wänden müssen berücksichtigt werden, denn dort können sich Eier befinden. Nachdem alles gründlich gesaugt wurde, muss der Staubsaugerbeutel ebenfalls entsorgt werden.

Jetzt kann alles mit einem Essigreiniger oder verdünntem Haushaltsessig ausgewischt werden, auch hier sollten Ritzen und Spalten berücksichtigt werden. Können Ritzen nur schwer erreicht werden, kann man mit einem Haartrockner den Eiern zu Leibe rücken. Alternativ können Schlupfwespen gegen Lebensmittelmotten eingesetzt werden. Schlupfwespen dürfen nicht mit gewöhnlichen Wespen verglichen werden. Die kleinen Helfer haben eine Größe von weniger als 0,4 mm und sind mit dem bloßen Auge fast nicht zu erkennen.

Des Weiteren können Sie nicht Fliegen. Schlupfwespen legen Ihre eigenen Eier in die Eier der Motten legen und so keine weiteren Larven daraus schlüpfen können. Da die nützlichen Tiere eine Nahrungsquelle wie z. B. Motteneier zum Überleben benötigen, sterben sie von alleine ab, sobald keine mehr vorhanden sind und zerfallen zu Staub oder wandern durch ein geöffnetes Fenster davon. Der Vorgang sollte nach ca. 3 Wochen wiederholt werden. Motten, die bei der Grundreinigung nicht erwischt worden sind, legen in der Zwischenzeit neue Eier. Wer sich für den Einsatz von Schlupfwespen gegen Lebensmittelmotten entscheidet, findet diese im Einzelhandel oder kann sie können online bestellt werden.

 

Endlich Mottenfrei

Nach dieser Prozedur sollte alles Mottenfrei sein. Mottenfrei gilt, wenn keine Samenmotten mehr zu sehen sind. Eine 100 % Garantie gibt es jedoch nicht. Auch wenn die Samenmotten hauptsachlich vom Frühjahr bis Herbst aktiv sind und sich fortpflanzen, können die Larven in der Wohnung überwintern und im Frühjahr schlüpfen. Es muss sichergestellt werden, dass alle Eier und Larven vernichtet sind und keine Samenmotten mehr in Ritzen versteckt sind, dann sind Sie wirklich mottenfrei.

 

Vorbeugungsmaßnahmen um sich vor Samenmotten zu schützen

Um sich vor Samenmotten Befall zu schützen, können einige Maßnahmen vorbeugend ergriffen werden. Mückenschutznetze können an den Fenstern angebracht werden. So können keine Motten durch das geöffnete Fenster hineinfliegen. Lebensmittel sollten nach dem einkaufen auf Larven und Gespinnste kontrolliert werden.

Häufig befinden sich Larven schon bei dem Kauf im Produkt. Neben einer trockenen Lagerung der Lebensmittel, sollten diese in verschließbaren Gläsern oder Dosen gelagert werden. Auch das auslegen von Duftkissen mit Zedernholz, Lorbeerblättern oder Gewürznelke kann vor Motten vorbeugen. Samenmotten werden von den Gerüchen abgeschreckt. Spezielle Mottenkugeln und Insektenstripes können vorbeugend ausgelegt werden.


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Letzte Aktualisierung am 17.11.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API