Mottenlarven und Gespinste – Befall von Lebensmittel- und Kleidermotten erkennen

Viele müssen sich unfreiwillig mit der Problematik von Motten und Mottenlarven beschäftigen, da sie selbst den saubersten Haushalt nicht verschonen. Ihr Auftauchen muss demnach nicht einmal zwingend mit Hygienemangel in Verbindung stehen.

mottenlarve kleidermotte auf grauem untergrund

Tragischerweise werden auch bereits befallene Lebensmittel aus dem Handel unwissend in unsere Haushälter gebracht. Obwohl Lebensmittel- und Textilmotten zur Gattung der Schmetterlinge angehören, kommt, im Gegensatz zu den farbenfrohen Insekten, beim Anblick von Motten eher weniger Freude auf. Wenig verwunderlich, denn ihre Ausscheidungen sind für uns Menschen gesundheitsschädigend. Ihr Kot und ihre Gespinste, die sie auf den Lebensmitteln hinterlässt, bieten den perfekten Nährboden Boden für Pilze und Milben. Diese können gerade für Kleinkinder oder Allergiker schädigende Auswirkungen mit sich bringen. Allergien und Magen-Darm-Krankheiten können entstehen.

Haben sich die Mottenlarven dann erst einmal ausgebreitet, wird der Befall zu einem zähen Thema. Es ist gar nicht so einfach, die Mottenlarven und -eier wieder loszuwerden. In diesem Beitrag wird genaueres über die Motte und ihre Larven erläutert und wie solch ein Befall erkannt werden kann, bevor größere Schäden entstehen.

 

Übersicht verschiedener Motten

Eine ausgewachsene Motte hat sicher jeder schon einmal zu Gesicht bekommen – kleine, unscheinbare und gräuliche Falter, die vor allem nachts auf die Pirsch gehen. Man muss schon genauer hinsehen, um eine Mottenart von der anderen unterscheiden zu können. Es gibt kleine, aber feine Unterschiede.

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Lebensmittelmotten in Haus und Küche?

Es gibt drei Arten der Lebensmittelmotte: Die Mehl-, Dörrobst- und die Getreidemotte. Meistens haben sie eine leicht gelblich-silbrige Farbe, ohne Flecken oder Muster. Ausgewachsen kann sie eine Größe bishin zu 14cm erreichen. Eine Motte kann, je nach Art, bis zu 400 Eier legen [1], weshalb oft nur eine von ihnen ausreicht um in unserem Haushalt mit ihren Eiern für viel Chaos zu sorgen.

Frisch geschlüpfte Mottenlarven sind anfangs so klein, dass sie mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Sie wachsen allerdings rasant und werden zwischen 1,1cm-1,7cm groß. Wer sich darunter eine kleine Raupe vorstellt wie bei einem Schmetterling, der irrt, denn in Wahrheit ähneln Mottenlarven eher eine Made. So sehen Lebensmittelmotten aus.

 

Einen Befall mit Mottenlarven erkennen und vorbeugen

gespinstmotten gewebter kokon
Gewebter Kokon von Gespinstmotten

Lebensmittel, die in ihrer urprünglichen Verpackung bleiben, stellen eine häufige Gefahr für einen Befall von Mottenlarven dar. Papp- oder Plastikverpackungen sind in keinster Weise eine Hindernis, da sie sich einfach einen Zugang durch fressen können. Daher wird empfohlen, die Lebensmittel in ein Glasbehältnis oder in einem Plastikbehälter umzufüllen, der einen sicheren Verschluss bietet. Denn selbst ein Gewindeverschluss garantiert keine hunderprozentige Sicherheit vor den Mottenlarven.

Einen möglicher Befall kann sich auf verschiende Arten zeigen. Wenn eine Motte im Haus entdeckt wird, bedeutet dies nicht gleich, dass ein Mottenbefall herrscht. Wenn sich allerdings mehrere von ihnen in der Küche oder Speisekammer finden lassen, sollten die Alarmglocken läuten. Genauso deutet es darauf hin, wenn in einem der Räume Raupen auftauchen. In dem Fall können Sie davon ausgehen, dass sie sich bereits irgendwo eingenistet haben. Halten Sie Ausschau nach fadenartigen Gespinsten in Ihren Lebensmitteln, oder nach zusammen klebendem Getreide und Korn.

Mottenlarven lieben Getreide jeglicher Art, genauso Nüsse oder Hülsenfrüchte. Vor Dörrobst und Tiernahrung machen sie ebenfalls keinen Halt. Daher sollten Sie am besten aller Art von Lebensmittel auf mögliche Gespinste oder Mottenlarven durchsuchen. Vor dem Entsorgen müssen die Mottenlarven allerdings abgetötet werden, da sie auch im Müll problemlos überleben können. Zu empfehlen ist daher die Tiefkühltruhe. Die befallenen Lebensmittel einfach für drei Tage tiefkühlen und danach im Müll entsorgen.

 

Motteneier sind mit bloßem Auge nicht auffindbar

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Eier der Dörrobstmotte – By Sarefo [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], from Wikimedia Commons

Die Eier der Motten können wir mit bloßem Auge leider nicht erkennen, weshalb die oben genannte Methode hier nicht weiter hilft. In diesem Fall kommt eine Wasser-Essigmischung ins Spiel. Dafür wird die doppelte Menge an Wasser mit gewöhnlichem Haushaltsessig vermischt. Nun gilt es, alle Schränke, Fugen und Ritze in dem befallenen Raum gründlich zu reinigen und abzuwischen.

Schlupfwespen bei Mottenbefall können auch eine hilfreiche Variante sein. Wer sich darunter jetzt Wespen vorstellt die durch den Haushalt fliegen, der irrt. In Wahrheit sind diese Nützlinge kleiner als 0,4mm und für unser Auge somit unsichtbar. Indem sie über ihren Legestachel ihre eigenen Eier in die Motteneier legen, können diese nicht überleben. Der Vorgang sollte im Abstand von jeweils drei Wochen wiederholt werden, und zwar drei bis vier Mal. Wenn keine Mottengefahr mehr besteht, verschwindet die Schlupfwespe von selbst.

 

So erkennt man Textilmotten und deren Larven

Kleidermotten wachsen bis zu 9 mm und haben einen leichten Grauschimmer auf ihren Flügeln. Sie ähneln der Lebensmittelmotte. Die weibliche Motte kann vier Mal jährlich bis zu jeweils 250 Eier legen. Sind erst einmal Eier in den Textilien gelegt worden, können sich die Mottenlarven ungebremst ausbreiten. Vor allem Kleidung, die länger und unbenutzt im Schrank liegt, ist das ideale Nest für gleich mehrere Generationen. Mottenlarven mögen vor allem wollhaltige Stoffe, da ihre Fasern Keratin enthalten. Aber selbst vor Möbeln, Teppichen oder Bettwäsche machen Mottenlarven keinen Halt.

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Larve der Mehlmotte – CSIRO [CC BY 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

Wie man einen Befall erkennen und verhindern kann

Wie auch bei den Lebensmittelmotten, erkennt man den Befall bei Textilmotten auch anhand von Gespinsten. Diese sind im Stoff zu finden und auch schwer zu entfernen, da sich die Mottenlarven im Stoff verpuppen und daher fast unzugänglich sind. Es gibt die bekannten Mottenkugeln, die zwar wirken, allerdings ungesund für den Menschen sind. Um gesundheitsschädigendes zu verhindern, helfen Duftmittel als Vorbeugung. Motten mögen keinen Lavendel- oder Zedernduft und halten daher eher Abstand.

Es hilft auch, die Schränke von innen mit der oben erwähnten Wasser- und Essigmischung auszuwischen. Diesen Geruch meiden sie. Sind die Mottenlarven allerdings schon unterwegs, sollte schnellst möglich ihr Nest ausfindig gemacht und entsorgt werden. Die Türen sollten immer geschlossen sein bis alle Mottenlarven und -eier entfernt wurden, damit eine Verbreitung in andere Räume nicht stattfinden kann. Auch bei diesen Mottenlarven sind Schlupfwespen praktische Helfer. Die Anwendung erfolgt genau wie bei der Lebensmittelmotte.

Letzte Aktualisierung am 25.04.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API


Quellen:
[1] https://pestimoservices.de – Schädlinge | Beschreibung und Bekämpfungsmöglichkeiten – Abruf am 15.10.2018