Mottenfalle – Verschiedene Fallen gegen Motten im Überblick

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Jeder kennt sie, aber keiner mag sie: die Lebensmittelmotte, auch Mehlmotte genannt. Eigentlich ist die Motte ein Schmetterling aus der Familie der Zünsler (Pyralidae), was vielleicht verwunderlich erscheinen mag, da man dem Alltagsverständnis nach einen Vorratsschädling eher weniger mit einem so schönen Insekt wie dem Schmetterling in Verbindung bringt. Diese Zuordnung ist aber biologisch genauso korrekt, wie die Tatsache, dass man sie nicht in seinem Haushalt haben möchte. Wenn das Insekt bereits Einzug in das Eigenheim gefunden hat, kann eine Mottenfalle dem Schädling zu Leibe rücken.

Motten ernähren sich vor allem von Mehl, Getreide und Nüssen, aber auch von so ziemlich allen anderen Lebensmitteln, die sich in einem Vorratsschrank befinden. Wenn die Motten dann erst einmal ihre Eier in der Nahrung abgelegt haben, dauert es nicht mehr lange, bis die Mottenlarven geschlüpft sind und sich durch alles durchfressen, was sich ihnen in den Weg stellt.

Sie lassen sich weder von Folien noch von undichten Einmachgläsern aufhalten. Damit es dann nicht zu einer stetig größer werdenden Population kommt, ist Handlungsbedarf mithilfe von Mottenfallen geboten [1]. Dieser Artikel soll die effektivsten Wege zu einem schädlingsfreien Haushalt aufzeigen und sich damit einhergehend mit unterschiedlichen Arten von Mottenfallen befassen.

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Die Wahl der Mottenfalle ist von der Art der Insekten abhängig

Damit es nicht erst zu einer großen Vermehrung kommen kann, ist es wichtig, die Anzeichen für mögliche Mottenlarven direkt zu erkennen. Da sich die Motten wie bereits erwähnt gerne von Getreide oder Mehl ernähren, kann man die Schädlinge anhand ihrer Ausscheidungen und Gespinste leicht identifizieren. Findet man mehrere Getreidekörner im Schrank oder an den Verpackungen, sind dies sichere Anzeichen für einen Mottenbefall.

Zusätzlich deuten Verklumpungen im Getreide oder Mehl auf Gespinste und somit auf Lebensmittelmotten hin. Zusätzlich kann man die Larven, außer direkt nach dem Schlüpfen, durchaus auch mit bloßem Auge erkennen. Ist es einmal zu einem solchen Befall gekommen, müssen alle Lebensmittel entsorgt werden, denn diese sind durch die Exkremente der Larven bereits kontaminiert. Der hohe Säureanteil von Essigwasser ist bei der Beseitigung des Ungeziefers nützlich, weswegen die Schränke damit ausgewaschen werden sollten. Des Weiteren ist die Verwendung von Mottenfallen zu empfehlen, damit auch die verbliebenen Motten vernichtet werden. Eine Auswahl über die effizienteste Art Motten zu bekämpfen, bietet die nachfolgende Übersicht.

 

Die Pheromonfalle zur Mottenbekämpfung

Pheromone sind Sexuallockstoffe, die dazu angewendet werden, die männlichen Insekten zu ködern. Auf der Suche nach einem Weibchen, um dieses zur Fortpflanzung zu befruchten, folgen sie ihren Instinkten. Die Pheromonfalle, wie sie in jedem Drogerie- oder Supermarkt zu finden ist, ist eine Pappschachtel oder –tafel, die sowohl mit Pheromonen als auch mit Klebstoff versehen ist.

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Eine männliche Motte wird von dem Duftstoff angelockt und lässt sich auf der Klebeschicht nieder. Da sie sich aber nicht mehr von dieser lösen kann, wird sie dort sterben. Somit werden nicht nur die vorhandenen Motten gefangen, sondern auch die Fortpflanzung wird dadurch verhindert. Somit ist diese Art der Mottenfalle ein hilfreiches und beliebtes Mittel zur Schädlingsbekämpfung. Um effektiv und nachhaltig Motten zu vernichten, sollte man die Mottenfallen mehrere Wochen lange immer wieder austauschen, damit auch möglichst alle Nachkömmlinge getötet werden [2]

 

Schlupfwespen – Besser als jede herkömmliche Mottenfalle?

Eine weitere bekannte Mottenfalle stellt der Einsatz von Schlupfwespen dar. Diese kleinen Mikrowespen (0,2mm bis 0,4mm groß) zerstören als natürlicher Feind die Motteneier. Die Schlupfwespen legen ihre eigenen Eier in denen der Motten ab. Daraufhin fressen die Wespenlarven das Mottenei leer, um heranzuwachsen und ihrerseits erneut Eier in die der Motten zu legen. Findet die Schlupfwespe keine Nahrung mehr, zieht sie entweder weiter (außerhalb der Wohnung) oder stirbt ab.




Somit bieten die Schlupfwespen bei Mottenbefall nur Vorteile. Da sie nicht fliegen können, verirren sie sich auch nicht in die Wohnung und sobald sie ihre Arbeit getan haben, verschwinden sie. Selbst die Anwendung dieser biologischen Mottenfalle ist kinderleicht, da auch hier einfach ein Pappabschnitt, welcher mit den Schlupfeiern versehen ist, in den Schrank gelegt werden muss. Nach zwei bis drei Wochen sollten alle Larven geschlüpft sein, weswegen dann das nächste Pappkärtchen eingesetzt werden sollte. Dies wiederholt man so lange, bis der Lebenszyklus der Motte einmal durchlaufen ist (also ca. 15 Wochen). Zu beachten ist, dass in diesem Zeitraum keine Pheromon-Mottenfallen eingesetzt werden sollten, damit sich die Schlupfwespen nicht irrtümlich auf der Klebeschicht niederlassen [3].

 

Mottenfalle aus Natron

Natürlich sind die oben genannten Mottenfallen nicht umsonst. Vor allem die Schlupfwespenvariante ist mit Preisen von bis zu 100 Euro relativ kostspielig. Eine Alternative stellt hierzu die Natron-Mottenfalle dar. Man muss einfach nur ein Gefäß mit Mehl und viermal so viel Natron befüllen. Die Motten werden zwar weiterhin ihre Eier in diesem Gefäß ablegen, aber die Larven können im Natron nicht überleben. Dadurch können sich die Motten nicht vermehren und somit werden sie letztlich alle vernichtet.

 

Prophylaxe gegen einen erneuten Mottenbefall des Hauses

Hat man es endlich geschafft und sämtliche Mottenfallen haben ihren Zweck erfüllt, ist man natürlich daran interessiert, einem zukünftigen Schädlingsbefall vorzubeugen. Dazu sollte man zunächst dafür sorgen, dass alle Vorräte verschlossen und kühl gelagert werden. Das heiße Auswaschen und die regelmäßige Kontrolle der Schränke dienen ebenso der Prophylaxe, wie das Aufstellen von weiteren Mottenfallen, damit verirrte Lebensmittelmotten frühzeitig bekämpft werden können [4]. Werden diese Ratschläge beachtet, sollten Motten kein Problem mehr darstellen und die Verwendung einer aufwendigeren Mottenfalle sollte nicht mehr nötig sein.

 

Fazit

Es gibt viele verschiedene Mottenfallen, die alle unterschiedliche Vorzüge haben. Die Wahl der passenden Mottenfalle hängt immer vom Ausmaß des Befalls ab und auch von dem Aufwand, den man betreiben möchte. Natürlich stellen chemische Sprays die einfachste und schnellste Möglichkeit der Schädlingsbekämpfung dar, aber andererseits sind diese auch für Mensch und Tier ungesünder als die hier genannten Mottenfallen. Im Endeffekt ist es eine Ermessensache, zu welcher Mottenfalle man letztlich greift.

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Quellen:
[1], [2]: [Dickhaut 2005, S.423] | Dickhaut, Sebastian (2005): Leben! Das Hausbuch von GU. München: Gräfe und Unzer

[3]: [Schwenke 2011] | Schwenke, Wolfgang (2011): Heimliche Helfer: Schlupfwespen und Schlupffliegen. Norderstedt: Books on Demand GmbH

[4]: [Mehlhorn/Mehlhorn 2005, S. 147] | Mehlhorn, Birgit/Mehlhorn, Heinz (2018): Blutsauger und Hygieneschädlinge: Erkennen – Vorbeugen – Bekämpfen. Eschborn: Govi